Fleischer-Azubi Harald LAIBACH als "Lehrling des Monats" ausgezeichnet
Die Handwerkskammer Kassel und die Kreishandwerkerschaft Fulda hat heute Vormittag Harald Laibach aus Schwarzbach als „Lehrling des Monats März“ ausgezeichnet. Laibach erlernt seit 2003 den Beruf des Fleischers. Sein Ausbilder ist Fleischermeister Hermann Götte, Inhaber der Fuldaer "Metzgerei Trümper" in der Leipziger Straße. Im Berufsschulzeugnis des Azubis stehen nur Einsen und Zweien und auch Götte hält große Stücke auf seinen Lehrling und dessen Leistungen. „Er macht das alles so pflichtbewusst und akkurat, dass man nicht hinter ihm her gucken muss. Das passt alles", sagt der Fleischermeister über die praktischen Fertigkeiten seines Lehrlings. Die heutige Auszeichnung soll Laibachs Engagement und Leistung gebührend anerkennen, hieß es von Seiten der Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaft.
Harald Laibach wusste schon lange, dass er Fleischer werden will. Nicht nur weil sein Cousin Fleischermeister ist, sondern weil er von klein auf bei den Hauschlachtungen der Familie dabei war. Der Umgang mit dem Nahrungsmittel Fleisch „macht einfach Spaß“. Die Frage nach der Reaktion seines Umfelds auf seinen Berufswunsch beantwortet der 18-Jährige lapidar mit der Bemerkung: „Die essen alle Wurst.“ Unmittelbar nach der Schule war das Arbeiten in der Fleischerei für Laibach schon anstrengend. Aber da heute viele Hilfsmittel zur Verfügung stehen und vor allem nicht mehr so viel und so schwer getragen werden muss, war der Gewöhnungsprozess doch ein recht kurzer. Und so berichtet Laibach, dass heute manchem Auszubildenden, mit dem er gemeinsam die Berufsschule besucht, der Arbeitstag im Betrieb leichter fällt, als acht Stunden Berufsschule.
Zu Laibachs Aufgaben gehört inzwischen das Ausbeinen von Hälften und Teilstücken vom Schwein und vom Lamm, insgesamt jegliche Vorbereitung und Verarbeitung von Schweinefleisch. Das Zerlegen von Rindern sowie das Kuttern ist dem dritten Lehrjahr vorbehalten. In der Berufsschule stehen zurzeit beispielsweise Tierkrankheiten und Hygiene auf dem Lehrplan, das Zubereiten von Hackfleisch und Rollbraten. Seine Gesellenprüfung wird Laibach Mitte 2006 machen. Und dann? Übernahme nicht ausgeschlossen, aber Götte ist überzeugt, „bei seinem Wissen kann er in jedem Fall die Prüfung zum Fleisch-Techniker machen“. Oder aber die Meisterprüfung. Dann könnte er nicht nur in einer Fleischerei arbeiten, sondern würde auch in der Fleischwarenindustrie einen recht sicheren Arbeitplatz finden.
In den letzten Jahren, sagt Fleischermeister Hermann Götte, erhalte er wieder mehr Bewerbungen, die nicht nur besser, sondern auch höherwertig sind. Alle drei Jahre bietet er in seinem Betrieb in Fulda einen Ausbildungsplatz an und hat so seit 1980 acht Lehrlinge ausgebildet. Wer sich bei ihm um eine Lehrstelle bewirbt, muss ein Praktikum machen - eine oder zwei Wochen lang, um das nötige handwerkliche Talent unter Beweis zu stellen. Auch wenn die praktischen Fähigkeiten ausschlaggebend sind, spielen die Schulnoten ein große Rolle. Schließlich muss jeder Fleischer beispielsweise mit Mengenangaben rechnen können. Und weil das theoretische Wissen, das ein Fleischer heute benötigt, groß ist, kommt es immer wieder vor, dass vor allem Auszubildende mit Hauptschulabschluss im ersten Lehrjahr „den ganzen Laden aufhalten“, weiß Götte.
Den Betrieb in Fulda hat Götte 2002 von Fleischermeister Manfred Trümper übernommen und führt ihn gemeinsam mit seiner Frau und acht Mitarbeitern. Zuvor hatte er seinen Betriebssitz im Kreis Höxter, in Körbecke, wo er bis heute eine Verkaufsstelle unterhält. Neben dem Ladengeschäft betreibt Götte einen Party-Service, das heißt, sein Arbeitstag beginnt morgens um vier Uhr und endet nach 18.00 Uhr. Er bietet Frühstück und einen Mittagstisch für die umliegenden Geschäftsleute und ihre Angestellten an, was nicht nur selbstverständlich zum Angebot gehört, sondern für den Umsatz unverzichtbar ist. Sein Frühstückswagen fährt morgens und mittags durch die Fuldaer Gewerbegebiete.
Die Tiere, aus denen er seine Fleisch- und Wurstwaren herstellt, sucht er selbst beim Tierhändler aus, bevor dieser sie schlachtet und zur Weiterverarbeitung in Hälften anliefert. So bezieht er Fleisch von nur zwei bis drei Landwirten, die er persönlich kennt und über deren Futter- und Zuchtmethoden er genau Bescheid weiß. In der Regel stammen die Tiere aus artgerechter bäuerlicher Haltung. „Ich will schon wissen, was ich verkaufe“, sagt Götte abschließend.
Quelle: www.osthessen-news.de
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